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Amazons verwirrende Daten entschlüsselt: Klicks vs. Glance Views erklärt

· 5 Min. Lesezeit

Amazon-Verkäufer, insbesondere diejenigen, die Private-Label-Produkte (PL) verwalten, stoßen häufig auf verwirrende Diskrepanzen in ihren Verkaufsdaten. Diese Inkonsistenzen können zu Verwirrung führen und strategische Entscheidungen potenziell beeinträchtigen, was Verkäufer von Anfängern bis hin zu denen mit erheblichen monatlichen Umsätzen betrifft.

Eine aktuelle Diskussion auf Reddit hebt einen häufigen Punkt der Verwirrung hervor: den starken Unterschied zwischen den Daten im “Product Opportunity Explorer” von Amazon und der benutzerdefinierten Analyse in den “Business Reports”. Ein Verkäufer bemerkte eine erhebliche Abweichung und berichtete im Februar über 367 Klicks über den “Product Opportunity Explorer”, während die “Business Reports” für denselben Zeitraum und verwandte Begriffe erstaunliche 1950 “Glance Views” zeigten. Dieser fast fünffache Unterschied wirft eine kritische Frage auf: Wie können zwei Metriken, die so eng miteinander verbunden zu sein scheinen, so stark unterschiedliche Zahlen ergeben?

Die Metriken verstehen: Klicks vs. Glance Views

Der Kern dieser Verwirrung liegt in den unterschiedlichen Definitionen und Methoden hinter jeder Metrik. “Klicks”, wie sie typischerweise in Tools wie dem “Product Opportunity Explorer” dargestellt werden, beziehen sich im Allgemeinen darauf, wenn ein potenzieller Kunde aktiv auf das Angebot Ihres Produkts auf einer Suchergebnisseite, einer gesponserten Anzeige oder einer anderen Platzierung innerhalb von Amazon klickt. Es signalisiert eine direkte, absichtliche Interaktion mit dem Einstiegspunkt Ihres Produkts.

“Glance Views” hingegen, wie sie in den “Business Reports” von Amazon zu sehen sind, stellen ein breiteres Maß für die Sichtbarkeit dar. Dies sind im Wesentlichen die Anzahl der Aufrufe Ihrer Produktdetailseite. Dies umfasst nicht nur direkte Klicks aus den Suchergebnissen, sondern auch Aufrufe von anderen Teilen von Amazon, wie z. B. “Häufig zusammen gekauft”-Abschnitte, Karussells “Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, sahen auch”, E-Mail-Kampagnen oder sogar organisches Stöbern innerhalb von Kategorien. Ein Glance View tritt auf, auch wenn der Kunde keinen Kauf tätigt oder keine längere Zeit auf der Seite verbringt.

Warum die Diskrepanz für Verkäufer wichtig ist

Der erhebliche Unterschied zwischen Klicks und Glance Views kann ein unvollständiges Bild von der Leistung eines Produkts zeichnen, wenn er nicht richtig verstanden wird. Sich ausschließlich auf eine Metrik zu verlassen, ohne die andere zu berücksichtigen, kann zu Fehlinterpretationen führen. Beispielsweise könnte eine hohe Anzahl von Glance Views mit einer relativ niedrigen Conversion-Rate (oft abgeleitet aus Klickdaten) darauf hindeuten, dass Ihr Produkt zwar sichtbar ist, aber die Details des Angebots, die Bilder oder die Preisgestaltung möglicherweise nicht überzeugend genug sind, um weiteres Engagement oder einen Kauf zu fördern. Umgekehrt könnte eine gesunde Klickrate maskiert werden, wenn Sie nur die Gesamtzahl der Aufrufe betrachten, ohne die Quelle dieses Traffics zu verstehen.

Für Verkäufer, die Daten zur Optimierung ihrer Werbeausgaben, zur Verfeinerung ihrer Produktangebote oder zur Identifizierung von Keyword-Möglichkeiten nutzen, ist diese Datenungleichheit entscheidend. Das Verständnis, dass “Glance Views” ein breiteres Netz von Traffic-Quellen erfassen, hilft bei der Bewertung der Gesamtreichweite und Auffindbarkeit eines Produkts auf der Plattform. Es unterstreicht auch die Bedeutung der Betrachtung mehrerer Datenpunkte, um ein ganzheitliches Bild des Kundenverhaltens und der Produktattraktivität zu erhalten.

Die Plattform von Amazon bietet eine Fülle von Daten, aber die effektive Navigation erfordert ein nuanciertes Verständnis dessen, was jede Metrik bedeutet. Der “Product Opportunity Explorer” ist wertvoll für das Verständnis der Leistung von Suchbegriffen und der potenziellen Marktnachfrage. Die “Business Reports” bieten einen umfassenderen Überblick über den Seitenverkehr und die Verkaufsleistung.

Um die wahrgenommenen Unterschiede zu überbrücken, sollten Verkäufer Folgendes berücksichtigen:

  • Kontext ist entscheidend: Analysieren Sie Metriken immer im spezifischen Kontext ihrer Berichterstattung. Verstehen Sie die Definition von “Klicks” in dem von Ihnen verwendeten Tool und vergleichen Sie sie mit der Definition von “Glance Views” in einem anderen.
  • Umfassendere Metriken: “Glance Views” geben Einblick in die allgemeine Sichtbarkeit und Reichweite Ihres Produkts. Eine hohe Zahl hier deutet darauf hin, dass Ihr Produkt an verschiedenen Stellen im Amazon-Ökosystem erscheint.
  • Tiefere Analyse: Nutzen Sie Klickdaten, um Conversion-Raten und die Effektivität Ihrer ausgewählten Keywords und Werbekampagnen bei der Steigerung des direkten Interesses zu verstehen.
  • Ganzheitliche Strategie: Kombinieren Sie Daten aus verschiedenen Berichten, um ein umfassendes Verständnis der Reise Ihres Produkts zu entwickeln, von der anfänglichen Sichtbarkeit bis zum endgültigen Kauf.

Reaktionen der Community

Der Reddit-Thread zeigt, dass diese Verwirrung unter Amazon-Verkäufern weit verbreitet ist. Viele Nutzer trugen mit ähnlichen Erfahrungen und Erklärungen bei, die die Unterscheidung zwischen breiter Sichtbarkeit (Glance Views) und spezifischen Interaktionen (Klicks) bestätigen. Der allgemeine Konsens innerhalb der Diskussion ist, dass diese Metriken unterschiedliche Aspekte der Kundeninteraktion messen, wobei “Glance Views” einen viel größeren Umfang von Seitenaufrufen über die verschiedenen Oberflächen von Amazon erfassen, während sich “Klicks” oft auf direktere Interaktionen aus Suchen oder Anzeigen beziehen.

Fazit und umsetzbare Erkenntnisse

Obwohl der Unterschied zwischen Klicks und Glance Views desorientierend sein kann, bietet er den Verkäufern letztendlich ein detaillierteres Verständnis der Präsenz ihres Produkts auf Amazon. “Glance Views” heben die Auffindbarkeit Ihres Produkts hervor und zeigen an, wie oft Kunden Ihr Angebot auf der Plattform antreffen. “Klicks” hingegen signalisieren aktives Interesse und die Effektivität Ihrer Bemühungen, die Aufmerksamkeit der Kunden von bestimmten Touchpoints aus zu gewinnen.

Für Verkäufer besteht die umsetzbare Erkenntnis darin, diese Metriken nicht gleich zu behandeln. Verwenden Sie sie stattdessen gemeinsam. Nutzen Sie “Glance Views”, um das allgemeine Marken- und Produktbewusstsein zu messen, und untersuchen Sie “Klick”-Daten, um Ihre Werbestrategien zu verfeinern, den Titel und das Hauptbild Ihres Angebots zu optimieren (da diese die Klickraten stark beeinflussen) und die Keyword-Leistung besser zu verstehen. Durch das angemessene Verständnis und die Nutzung beider Metriken können Verkäufer fundiertere Entscheidungen treffen, um sowohl die Sichtbarkeit als auch die Conversions auf Amazon zu steigern.

Quelle: Community-Diskussion auf Reddit (https://www.reddit.com/r/FulfillmentByAmazon/comments/1sw1jpc/i_am_very_confused_with_the_data_on_amazon/)